Mittwoch, 17. Mai 2017

Na endlich! - Lunchbags

Im Sinne der Nachhaltigkeit wollte ich sie ja eigentlich schon lange genäht haben... Hat nun aber doch etwas gedauert, - ein paar Jahre um genau zu sein.... Dabei diskutieren wir zu Hause schon lange darüber, wie wir die Schuljause am besten verpacken...

Dazu muss erwähnt werden: meine Kinder bekamen, solange sie in der Volksschule waren, ein spätes Frühstück und das Mittagessen direkt von und in der Schule. Dennoch mussten sie IMMER - ein Überbleibsel aus Kindergartentagen - auch eine Gemüse- bzw. Obstjause eingepackt bekommen, in unserem Fall sind das übern Winter meist Äpfel, Karotten und selten Bananen, erstere geschnitten in einer der allseits bekannten Tupperbox (oder eher ein ähnliches no-name-Produkt), letztere in einer stylischen Bananenbox mit Krümmung (haben wir auch schon seit Kindergartentagen daheim). Im Frühling gibt es dann manchmal auch Paprika und / oder Gurken dazu, für die Tochter darf es auch Avocado oder Kiwi sein.


Doch mit Umstieg des ältesten Kindes ins Gymnasium war, obwohl Ganztagsklasse und somit vorhandenem Mittagessen, der Vormittag nur mit einer etwas umfangreicheren Jause zu bewältigen. Also gut, mal Joghurt, mal Brot - doch das Brot wurde immer separat in kleinen Jausensackerln verpackt - mit lauten Grmpf. Das ökologische Bewusstsein war definitiv nicht glücklich, auch wenn ich die Kinder mit mal mehr, meist weniger großen Erfolg dazu angehalten habe, doch bitte die Sackerl wieder zu retounieren... Aber was macht man mit einem Sackerl, in dem die Mandarinenschalen einige Tage lang vergessen wurden... (Frage: Warum kann man Schalen, egal ob nun von der Mandarine, der Zitrone - ja, die Tochter isst sie einfach so - oder der Kiwi nicht gleich direkt in der Schule im Biomüll entsorgen?) *kopfschüttel* - BÄH und weg damit, sag ich nur. So intelligent meine Kinder auch sein mögen, aber in machen (ganz speziellen) Dingen scheint ihre Lernfähigkeit etwas begrenzt, - böse gesprochen. Kennt ihr, oder?



Vor ein paar Wochen dann, war Schluss. Nämlich zu dem Zeitpunkt, als mein Blick unseren vollen Mistkübel streifte und mir dabei auffiel, dass es sich vornehmlich um Plastikverpackungen handelt, ein guter Teil davon eben jene "vergessenen" und unansehnlichen Jausensackerln. Eigentlich wüsste ich es ja schon lange besser und ich weiß nicht, warum ich so lange damit gewartet habe.... Auf jeden Fall ging es dann ratzfatz: Meine beschichteten Stoffe (tw. Stoffreste) rausgesucht und nach einem Youtube-Tutorial (ich finde es leider nicht mehr) gemixt mit der Anleitung von Pattydoo genäht.



Seither sind die Lunchbags brav im Einsatz und Brote, Kuchen und sogar Joghurts gehen in der Schultasche nicht mehr verloren und falls doch was bröselt oder tropft, die Bags sind außen wie innen aus abwischbaren Material! Ideal auch für den Schwimmbadbesuch inkl. nasser Badekleidung, habe ich mir sagen lassen.

Und mein ökologisches schlechtes Gewissen ist um ein paar kleine Prozentpunkte beruhigter. Immerhin.



Schnitt: Eine Kombi aus einem Youtube-Video und der Pattydoo-Anleitung
Stoffe: beschichtete Stoffe aus dem Fundus




Donnerstag, 11. Mai 2017

Ganz schön chillig...

... ist mein drittes Zipfelwesterl, das eigentlich das älteste in meinem bunten Jäckchen-Blumenstrauß. 
Ok, ganz so bunt ist er jetzt dann doch nicht, aber ich wollte Westen zum kombinieren. Ist mir jetzt dann doch nicht so ganz gelungen, muss ich sagen, also wird wohl noch das eine oder andere folgen, aber dann muss wirklich das unten-drunter definitiv mit dem oben-drüber abstimmen und zwar so, dass mindestens 2-3 Untendrunter auf ein Obendrüber kommen....

Nun zur Chill-Jacke von Leni.pepunkt... Sie leidet leider auch an der mir zugeeigneten Krankheit "zu wenig Stoff gekauft" - ich lerne aber auch wirklich sehr schwer, wie es scheint... Deshalb ist sie auch etwas kürzer als eigentlich gedacht und das ist wohl das fehlende i-Tüpfelchen, das sie perfekt machen würde. 


Und ob ihr es glaubt oder nicht: das Ding lässt sich trotz recht zurückhaltendem Muster (einfacher geht ja eigentich kaum mehr) wirklich super schwer kombinieren! Da muss ich auf mein weißes (Kauf-)Top zurückgreifen, das mir aber in den letzten Wochen eindeutig zu wenig warm war (aber geh, warum denn nur?!).


Tja, jetzt habe ich drei Zipfelwesten, zwei mit mehr, eine mit etwas weniger Zipfel, aber nicht minder lässig. Und trotzdem ist der Stil ein ganz anderer. Ich werde aber dennoch noch ein bisserl weiter experimentieren. Schließlich ist der Gedanke einer Capusle Wardrobe ja doch recht verlockend. Ob ich das jemals schaffen werde?! Jetzt weiß ich immerhin, welche Art von Jacken mir stehen und denen ich mich auch wohlfühle. Man mag ja nicht immer im gleichen Schnitt herumlaufen, muss ich ja auch nicht, denn jetzt habe ich ja zwei Schnitte, die doch einem ähnlichen Stil entsprechen.





Schnitt: Chill.Jacke von Leni.Pepunkt, Gr. 38
Stoff: Jacquard via Biostoffe



Mittwoch, 10. Mai 2017

Willow, die Zweite

Weiter geht's mit meinen Westerln.... Meine zweite Zipfelweste ist ebenfalls wieder aus Jacquard und einfach wunderbar weich, warm und flauschig. (Hier seht ihr die erste.)
Als wir über Ostern in London waren, hat sie mir hervorragende Dienste geleistet. Hier posiere ich vor einem typisch viktorianischen Reihenhaus, in dem unser Appartement untergebracht war. Ach, ich sag's euch. Herrlich war's.




Der Wettergott war uns hold, Miss Spring hat sich von ihrer besten Seite gezeigt. Und ähnlich wie in Wien weht in London auch ständig der Wind. Da hab ich mich gleich heimisch gefühlt! An diese Tatsache konnte ich mich gar nicht mehr erinnern, aber ich war ja auch das letzte Mal vor 23 Jahren in England, da passiert es schon mal, dass das Gedächtnis ein paar Lücken aufweist. :-)
Und mich stört er nicht, der Wind. Ich mag ihn. Ich hatte ja schließlich auch mein Westerl zum Einkuscheln, aber mehr hat es tagsüber eigentlich nicht mehr gebraucht, - und manchmal nicht einmal mehr das.



Anders als bei meiner Pfeil-Willow habe ich hier alle Kanten unversäubert gelassen, der Stoff lädt ja geradezu dazu ein. Mittlerweile, nach ein paar Wäschen, rollen sich die offenen Stellen auch ein bisserl auf (bei den "Schlitzen" sind die zwei Lagen des Doubleface miteinander verwoben) und das schaut sogar noch ein bisserl lässiger aus.



Uiuiui. Da will ich lässig dreinschauen und dann wird das immer ein bisserl grimmig. Seufz. Ich glaube, daran muss ich noch ein wenig arbeiten...

Wie ihr seht, hatte ich auch dieses Mal zu wenig Stoff, deshalb ist die eine Vorderseite im rechten Winkel zum Fadenlauf und die Ärmel, da ich dieses Mal keine 3/4 Ärmel haben wollte, ebenfalls "bewusst" gestückelt. Aber so was geht eben bei einer Weste wie "Willow". Die ist an sich schon etwas lässiger, da wirken solche Spielereien absolut gewollt und damit stimmig, - sag ich jetzt mal.



Schnitt: Cardigan Willow, Gr. 40 von Shhhout!
Stoff: Doubleface-Jersey Check List rauchblau von Albstoffe (Design HHL)
via Biostoffe



Freitag, 5. Mai 2017

Jacke ist nicht gleich Jacke - vulgo Weste

Ich spreche nicht von einer richtig dicken fetten Winterjacke, wobei die Aussage natürlich auch da zutrifft. Im meine jetzt eigentlich die Überzieh-Jäckchen aus Sweat oder Strick, die hier bei uns eigentlich nur Westen heißen. Weste = nicht allzu dicke Oberbekleidung zum Öffnen, die sich hervorragend zur Zwiebellooktechnik eignet. :-)

Also. Ich bin ein Westentyp. Im österreichischen Sinn des Wortes. Mir ist oft und anhaltend kalt, mir kann aber auch sehr schnell ("gach") einmal heiß werden und mit so einem Westerl lässt sich das wunderbar regulieren: Weste zu, Weste halb geöffnet, Weste offen getragen, Weste ausgezogen. Perfekt.
Aber eben: Weste ist nicht gleich Weste, wie ich feststellen musste. Die kastenförmige, sehr dünne Strickjacke (ha, ja, ist schwierig, in Österreich werden die Begriffe oft sehr vermischt und situationsbezogen verwendet. Sorry, aber daran erkennt man einen richtigen Österreicher, hihi), PASST mir nicht, - im Sinne von: sie steht mir nicht gut zu Gesicht. Gut, dass es Zipfelwesten (hihi, schon wieder eine Änderung in der Begrifflichkeit!) gibt, aber da sind ja auch nicht alle gleich. Also hab ich einfach mal ein bisserl durchprobiert.


In den nächsten Tagen bekommt ihr drei Exemplare zu sehen, wobei es sich eigentlich nur um zwei verschiedene Schnitte handelt. Eine ist schon im Winter entstanden, die anderen beiden während des Probenähens zu "Willow" bei Shhhout! Hier seht ihr meine erste "Willow" und ich trage sie unheimlich gerne. Und ja: das Zipfelige bin tatsächlich schon viel eher ich, als das brave kastenartige, schlichte. Dabei bin ich doch eigentlich eine ganz Brave. Tssss.



ein bisserl auf  "tussi und überheblich" kann ich allerdings auch  - aber nur selten. Versprochen! ;-)

Geöffnet sieht sie sowieso toll aus, und auch geschlossen macht sie was her. Die Zipfel werden mittels Knopf, Bindeband oder Druckknöpfen auf der Schulter geschlossen, oder einfach nur übergeworfen.
Ihr seht auch, man kann sie sportlich leger zur Jeans tragen und auch "ein bisserl hübscher". Ich glaube fast, ich hab hier ein Basicteil für meine Garderobe gefunden. Anders als im Schnitt vorgesehen, habe ich aus stoffteschnischen Gründen nur 3/4 Ärmel genäht - weil ich auch immer so ein Sparefroh (haha!) bin beim Stoffeinkauf. Es war schlicht und einfach zu wenig und dank des Musters musste ich nicht auf den Fadenlauf achten - so kam ich doch glatt mit ein bisserl was über 1m Stoff aus! :-) Glück auf der ganzen Linie.




Schnitt: "Willow" von Shhhout!, Gr. 40
Stoff: Jacquard von Albstoffe, designed von Hamburger Liebe, 
gekauft bei Biostoffe



Donnerstag, 27. April 2017

#haulternative - Fashion Revolution Week 2017

Bangladesch. Sabhar. 24. März 2013, kurz nach 9 Uhr morgens. Der Tag hat noch nicht mal richtig angefangen und dennoch sind bereits 1127 Menschen tot und 2438 verletzt. Es dauert 16 Tage bis die letzte Überlebende aus einer Nische des in sich zusammengestürzten Rana Plaza gezogen wird. 

In dieser Woche wird all jener gedacht, die - denkt man es bis zum Ende - in letzter Konsequenz Opfer des Konsums der westlichen Welt geworden sind. Aus Proftgier wurden diese Menschen in ein Gebäude geschickt, das bereits am Vortag nach dem Auftreten der ersten Risse im Mauerwerk polizeilich gesperrt worden war. 
Letztendlich hat eine Untersuchungskommission eine Kombination mehrer Faktoren für das Unglück verantwortlich gemacht, darunter: grobe Fahrlässigkeit, minderwertige Baumaterialien, ungeeigneter Untergrund für ein Gebäude dieser Dimensionen. 
Zwar wurden der Besitzer des Gebäudes - ein Politiker - und die Besitzer der darin befindlichen Textilfabriken verhaftet, doch das macht die Menschen nicht wieder lebendig oder unverletzt, die eigentliche Tragödie geht sogar noch weiter: nicht alle Leichen konnten schnell identifiziert werden und Entschädigungszahlungen bekamen die Angehörigen nur mit einem Totenschein, den sie wiederum erst dann erhalten haben, wenn eine Identifikation vorlag (Quelle).

Das Unglück dieser Menschen hat aber immerhin die Welt aufgerüttelt und auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der TextilarbeiterInnen aufmerksam gemacht. Und nun liegt es an uns, den Endverbrauchern, unseren Teil zur Verbesserung beizutragen. 
"Wir Konsumenten revoltieren und zeigen Wege auf, was man tun kann um dem Modehamsterrad zu entkommen, stellen Fragen à la #whomademyclothes und machen andere, die noch nicht darüber nachgedacht haben auf dieses Thema aufmerksam."

Es ist eben nicht egal, wie unsere Kleidung produziert wird, - das betrifft die Erzeugung der Rohstoffe genauso, wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der NäherInnen oder auch die weltweite Verteilung der Endprodukte.

Daher hat Susanne von Mamimade auch heuer wieder eine Aktion ins Leben gerufen:

#haulternative

Das bedeutet: "Dieses Jahr unterstützen wir, weil wir ja nähen und DIY-technisch einfach voll informiert sind, einander mit Tipps and How-to's. Diese Info soll auch Nicht-Nähern da draußen helfen ihre eigene Revolution zu starten; in ihrer Garderobe mit ihrer eigenen Kreativität!"

Ich persönlich nähe schon seit Jahren einen Großteil meiner Garderobe und die der Kinder selbst. Angefangen hat es mit der Faszination etwas völlig Neues, Eigenständiges und vor allem Einzigartiges zu schaffen. Wenn man dann so einige Stunden am Boden gemeinsam mit den unterschiedlichesten Schnittmustern, und Stunden hinter der Nähmaschine verbracht hat, wird einem klar, was für ein Aufwand hinter jedem einzelnen Kleidungsstück steckt und dass in den Geschäften der Preis unmöglich den Wert desselben repräsentiert.

Mit Kindern kann man selbstverständlich unmöglich den Trends entgehen, die diverse Modeketten vorgeben, aber man kann sehr wohl die Kinder sensibilisieren und mit ihnen darüber reden, was wirklich nötig ist, ob es eine ökologische und faire Alternative zu ihrem Wunschkleidungsstück gibt (indem ich z.B. Biostoff kaufe und ein ähnliches Schnittmuster finde). Damit erhalten die Kinder ein ähnliches, aber doch auch einzigartiges Kleidungsstück, bei dessen Produktion keinerlei Ausbeutung zugrunde liegt. Die Erfahrung lehrt, dass sie da auch mitunter unheimlich stolz sind, Teil der Produktionskette geworden zu sein - hierauf werde ich mich demnächst nochmal beziehen.

Auch nehmen wir immer wieder gerne Secondhand-Kleidung aus der Familie und Freunden an, und suchen uns heraus, was gefällt oder anderweitig wieder verwertet werden kann: ein tolles Motiv auf einem Shirt zum Beispiel ist schon öfter mal in meine Schatz- und Restekiste gewandert, selbst wenn man momentan nicht weiß, was man damit anfangen kann, der Einsatz als Jeans- oder Shirt-Flicken (je nach Größe) ist nie ganz auszuschließen.


Apropos Jeans: diese nähe ich noch nicht für alle Familienmitglieder selbst. Erste Versuche habe ich für mich selbst unternommen - das ist noch verbesserungwürdig, muss ich gestehen - aber mein Jüngster trägt nur noch Kdidit. Mit etwas anderem brauch' ich gar nicht kommen...  Da er so ein Schmalhans ist, kann ich aus zu klein gewordenen oder unbeliebt gewordenen Jeans größerer Familienmitglieder die eine oder andere Hose für ihn schneidern. Und weil Kinder nunmal Kinder sein dürfen, zeigt sich ihr kindlicher Ungestüm nur allzu oft innerhalb weniger Wochen in Form von durchgescheuerten Knien, die dann mal mehr oder weniger kunstvoll geflickt werden. Gut, dass uns das Modediktat zur Zeit so richtig "fetzige" Jeans vorgibt, würde ich sagen! Aber so schnell, wie hier Löcher produziert werden, finde ich kaum Zeit für kunstvolle Verschönerungen. Und ist sie unflickbar, wird ganz schnell eine kurze Sommerhose draus.

ein Bild, aus dem Leben gegriffen - schnell, unsauber, aber effizient geflickt - und der Bub ist dennoch stolz auf seine Jeans made by Kdidit
Auch wenn ich viel für mich nähe, so geht dennoch immer wieder etwas schief: es passt nicht, die Farbe steht mir nicht oder ich mag das Teil an mir nicht so sehr, wie ich gedacht hätte. Diese Teile wandern ebenfalls in eine Kiste und dienen als secondhand-Stofflager und finden Verwendung als Kombistoffe oder ev. wird sogar ein komplett anderes Kleidungsstück daraus.

die Originalposts dazu findet ihr hier und hier

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, nicht einfach nur blind zu konsumieren. Geht mit offenen Augen durch die Läden, erkundigt euch nach den Produktionsbedingungen, nutzt das Kleidungsstück, schöpft alle Möglichkeiten aus. Das heißt nicht, dass man nicht ab und zu schwach werden darf... Aber man sollte abwägen und mit der Zeit merkt man, dass sich die Prioritäten verschieben.

Und das Tolle daran, #haulternative zu sein?

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Montag, 24. April 2017

Ooosterhaaasi

Der Vorteil, wenn man Teil einer großen Familie ist, ist der, dass man eigentlich (fast) immer irgendwelche Kleinkinder benähen kann und im besten Fall sogar darf. Manchmal allerdings fragt man gar nicht nach, sondern nimmt ein Fest zum Anlass, bei dem man die Schuld auf andere schieben kann. In diesem Fall ist einfach der Osterhase schuld.


Diese süssen Rapport-Stoffe haben mich kurz vor unserer Abreise nach London noch angesprungen und so schnell bestellt wie dieses Mal, geht das bei mir kaum, muss ich sagen.
 


Aber sowohl Louise als auch Fiete Schlappohr haben sich einfach in mein Herz geschlichen und quasi im gleichen Moment, als ich ihrer ansichtig wurde, wusste ich schon, dass ich damit meine Großnichte und meinen Neffen damit benähen wollte. Äh. Der Osterhase sie damit beschenken wollte, eigentlich.


Vom Urlaub zurück gekehrt, das Paket in Empfang genommen, Stoffe gewaschen, am nächsten Tag genäht und am übernächsten Tag zur Verteilung weitergereicht. So schnell kann es gehen. Und die Eltern der Beschenkten haben sich sehr gefreut. Sagt der Osterhase.


Body - Regenbogenbody von Schnabelina Gr. 74, verlängert auf Gr. 80
Stoff: Rapport Louise und Fiete Schlappohr von AfS



Mittwoch, 29. März 2017

Basic Raglan Wickel-Tunika - ebenfalls in rot


So sehr mir dieses Kleid auch gefällt, ich trage es nur selten. Wie ich es mir schon gedacht hatte und es auch vorherzusehen war. Es entspricht einfach nicht unbedingt meiner normalen Alltagskleidung, dennoch habe ich es gern "in petto", - einfach um ein bisserl seelestreicheln zu können.
Deshalb kam mir der Gedanke, es einfach mal mit der Tunikalänge des Basic Raglan-Wickel-Kleides zu probieren und wieder fiel meine Wahl auf rot. Dieses Mal: roter Jacquard.



Auch hier habe ich eine Fake-Fake-Version genäht, das vordere Wickelteil lässt sich tatsächlich wickeln, der andere Teil ist in der Seitenennaht fixiert. Die Tunika lässt sich gut "etwas feiner" mit Rock oder auch legere mit Jeans tragen, somit ist sie ein gutes Basicteil. :-) Ich habe sie mittlerweile gut eingetragen, aber ein paar Änderungen werde ich nach ausgiebiger Testung noch durchführen: ich werde die Bindebänder extrem kürzen und/oder anders anbringen oder ganz weglassen. Meine wohlgefällige Mitte (hüstel) drückt sie immer hoch, sodass sie meist empiremäßig unterhalb der Brust sitzen, was mir nicht so zusagt. Außerdem überlege ich, die Tunika auf normale Shirtlänge zu kürzen, aber das mache ich vom Ergebnis der Bandänderung abhängig. 
Spannend, das ganze. Und faszinierend, was Veränderungen an einem Kleidungsstück mit einem selbst machen.





Schnitt: Basic Raglan Wickelkleid / Tunika von Kibadoo, Gr. 38
Stoff: Jacquard von Lillestoff via Biostoffe







Dienstag, 14. März 2017

Life is better....

... with warm feet!

Definitiv! Und deshalb gar nicht allzu viele Worte!




Gesehen hier und hier, für gut befunden, nachgemacht. Genossen!

Unser unansehnlicher, hellblauer, mindestens 15 Jahre alter Thermophor wird so zu einem stylischen Accessoire - und ist nun heiß begehrt!
 


Stoff: KnitKnit von Albstoffe, über Biostoffe
Plott: miriD
Folie: Kupferflex von  Ernas Enkelin


Donnerstag, 9. März 2017

Ein Hoodie ohne Hood - Es war einmal....

Im Advent haben wir uns als Familie mal wieder ein Wochenende in Graz gegönnt. Zum einen, weil wir die Stadt wirklich gern haben, zum anderen, weil wir im Jahr davor zufällig in der Vorweihnachtszeit dort eingefallen waren und wir uns in die Adventmärkte, die sich über die vielen kleinen Gasserln der Altstadt verteilen, verliebt haben.

Kurz und gut: für die Kinder gab es als Programm FRida & freD (wirklich empfehlenswert!) und danach ging es an Schlendern. Und so begab es sich, dass sich Töchterlein in einem Shop ein Strickjäckchen ausgeguckt hat, das wohl ganz laut ihren Namen geschrieen hat - oder war es umgekehrt und das Jäckchen hat sie ausgeguckt?! Wie auch immer. Wir wurden immer wieder von einer nahezu magischen Kraft dorthin gezogen, bis Papa dem Ganzen ein Ende setzte: er kaufte das Ding. Ein großer Fehler! Denn kaum war das Geschäft betreten, erschallten, den homer'schen Sirenen gleich, hier und dort Lieder, die alle um meine Gunst buhlten. Letztendlich blieb meine Aufmerksamkeit an einem Pullover hängen:

 Strickstoff. Eigentlich recht einfach. Raglanschnitt. Relativ weiter Halsausschnitt. Leicht gebogener Saum. Grob gestickte Akzente an den Raglannähten.

Letzteres war es auch, das die verlockende, mich komplett umfangende Melodie sang. Knapp, ganz knapp war ich davor zu unterliegen, doch mein innerer Odysseus trug letztendlich den Sieg davon und stopfte mir erfolgreich Wachs (oder war es Vernunft?) ins Ohr. Und doch ließ mich das Lied nicht ganz los!

Der Geist der Grazer Weihnacht aka Sirene tat seinen Dienst im Verborgenen und als es die Zwei-Euro-Aktion bei Makerist gab, sah er/sie den Moment gekommen...
Unter seiner Anleitung wurde der Hoodie Frau Toni von Schnittreif und graues Stickgarn eingekauft. Kostenpunkt knappe 4Euro (den Stoff hatte ich ja schon. Hüstel.)

Et voila: der Hoodie ohne Hood mit grob gestickten Akzenten.
Und die Sirene grinst hinterhältig zufrieden.


Wie am Pilling ersichtlich: ein oft und gern getragenes Teilchen! Und weil ich ja ein hitzig erfrorenes Mädchen bin (*augenroll*, ja: generell bin ich erfroren, aber mir wird dennoch schnell zu warm. Und ja: das ist mühsam!), ist so ein mittelwarmes Stöffchen wie dünner Strick oder Jacquard einfach optimal. Deshalb gab es noch eine Nr. 2., im Gegensatz zu Nr. 1 für mich Sitzriesen in Gesamt- und Armlänge noch ein bisserl verlängert.


Und auch wenn der Winter noch nicht gestorben ist, so werden die Pullis auch im Frühling noch getragen.



Schnitt: "Frau Toni" von Schnittreif, Gr. 38, ohne Kapuze
Stoff: Strickstoff von Grinsestern, Jacquard von Lillestoff




Mittwoch, 8. März 2017

Erinnerungen an einen Eistraum & Lady Tasja


Noch ganz schnell, bevor der Frühling nun endgültig einzieht, nehme ich euch noch einmal mit in die Zeit Ende Jänner, als es in Wien einige Wochen hindurch -10 bis -15 Grad hatte und die Alte Donau mit ihrer 15-20 Zentimeter dicken Eisschicht zum Schlittschuhlaufen eingeladen hat.

Ich sag's euch: das war ein Erlebnis! Mitten im Schilf zu stehen, einen Biberbau (in gebührendem Abstand) in Augenschein zu nehmen, unter einem die stillstehende Unterwasserwelt, das Kratzen der Kufen am Eis und die kalte Luft auf den erhitzten Wangen. Das war schon etwas ganz Besonderes, nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns Eltern, die deren pure Lust an der Bewegung beobachten konnten!


Und mittendrin meine Tochter mit ihrem Wunschhoodie, den sie unbedingt im gleichen Farbton haben wollte, wie ich mein Lady-Tasja-Kleid. An jenem Tag war auch der Wille groß, sich ablichten zu lassen und wir hatten einen großen Spaß dabei, zumal auch sehr nette Fotos mit ihrer besten Freundin entstanden sind. 





Ich muss sagen, das war ein Tag, an dem einem die Schönheit der Welt, der Wert des Lebens und das Glück um die eigene Familie, so richtig bewusst wird. Klingt kitschig? Ja. Und dennoch: ich arbeite zunehmend daran, diese Momente genau in diesem Augenblick auch wahrnehmen zu können und zu verinnerlichen, sodass ich sie immer wieder bei Bedarf vergegenwärtigen kann. Und es funktioniert! Immer öfter! :-)



Schnitt: Lady Tasja von Mialuna , Gr. 34
Stoff: weinrot-melierter Sweat von Stoffschwester, Kapuzenfutter "Dreamy Plants" (Kluntjebunt)





Donnerstag, 2. März 2017

Jeanswerkstatt - ein Fotorückblick

Nachdem meinereiner zur Zeit beim Dokumentieren wahrlich großartiger gesellschaftlicher Ereignise nicht zu den allerschnellsten Foto-Downloadern und Auf-den-Blog-Bringern gehört, reihe ich mich nun so ziemlich am Ende einer umfassenden Reihe von Blogberichten über die Jeanswerkstatt ein.

 
Schauplatz war das Brick-5, dessen Räumlichkeiten schon so einiges gesehen haben, - so etwa eine ehemalige Erbsenschälfabrik, ein Waisenhaus, einen Verein zur Ausspeisung armer Juden und einen jüdischen Turnverein, um einiges zu nennen. Nun hat also dort auch die Jeanswerkstatt stattgefunden, die von Helga Neubauer (Schnittmenge) und Walter Lunzer (Stitching Sessions) organsiert worden ist. 


Innenhof
Ach, ich sag's euch! Die Vorfreude war groß, vor allem, weil sich einige ganz liebe Bloggerkolleginnen ebenfalls angesagt hatten und dass wir alle ganz gut miteinander können, das haben wir schon das eine oder andere Mal bewiesen. Birgit war nicht einmal der Weg aus Innsbruck zu weit, das sagt doch schon was aus, gell?

Claudia (Janas Lieblingsdesigner), Andrea (Dornröschen näht), Geraldine (CheRRysWorld), Birgit (Loewin.g), Michaela (Pigugi), versteckt: Eva (Verfuchst und zugenäht) Susanne (Mamimade)     
Nachdem ich hier quasi Schlusslicht spiele, verweise ich euch  gar nicht allzu wortreich auf die tollen Zusammenfassungen von Birgit (Loewin.g), Susanne (Mamimade), Andrea (Dornröschen näht), Geraldine (CheRRysWorld), Claudia (Janas Lieblingsdesigner), denn die Begeisterung die dort rauszulesen ist, könnt ihr hier ebenfalls als gegeben voraussetzen. 

Nur so viel: die Werkstatt war in acht Stationen aufgebaut, in denen man alles Wissenswerte rund um das Thema "Jeans" und "Jeans nähen" erfahren konnte. In kleinen Gruppen zu sechs Personen (Personen! Nicht nur Damen bitte schön! Es wurden auch interessierte Männer gesichtet!) ging es im Rundkurs durch den Raum, angefangen von der Färbetechnik bis hin zum Verhalten des Stoffes beim Waschen und seiner Nutzung, aber auch die Verarbeitung (Kappnaht, Hosenschlitz), das richtige Maßnehmen, Schnittkorrekturen und das richtige Finishing wurden unter die Lupe genommen und ausreichend erklärt. Selbstverständlich durfte ein Einblick in Scherenkunde nicht fehlen!

Christian Schimper (Firma Acticell) - Waschungen; ganz rechts: Eva (Verfuchst und zugenäht)

Stoffkunde bei Helga Neubauer (Schnittmenge)

Markus Pöstlinger war mit seinem Laser vor Ort
Kappnähte - Fake und "echt"
Im Gespräch mit Andreas Lorenzi von der Firma Lorenzi - Stahlwaren und Schleiferei - Danke fürs Foto Birgit - Loewin.g

Hosenschlitznähen mit Elisabeth Riha (hinter ihrer Hand versteckt)
 

 Vermessen mit Monica Ferrari - Susanne und Birgit in höchster Konzentration

Schnittdesign mit Walter Lunzer - Schnittanpassung wie, wo genau, warum und weshalb - es gab wohl nichts, was nicht gefragt wurde und das in einem unglaublichen Tempo. Die vorgesehenen vierzigminütigen 20 Minuten wurden gesprengt und ich denke, Walter klingelten die Ohren nach unserer Gruppe... dennoch blieb er ausnehmend freundlich! Meine Hochachtung!

eifriges - multimediales - Dokumentieren bei Charly Oberhofer von den Gebrüdern Stitch und seiner Station "Finishing"
 

Die Jeanswerkstatt war ein tolles Erlebnis mit viel Input (das hoffentlich einiges an Output nach sich ziehen wird, hier in meiner Nähecke), ein wundervoller Tag in der besten Gesellschaft, die man sich vorstellen kann. Um es auf "susannisch" zu sagen (ich mache doch glatt aus dem Substantiv ein Adjektiv und erweitere damit die Erfahrungebene): schokoladenmarmeladingerhaft! Mhmmmmm!